Blog - mit Leichtigkeit durch`s Leben tanzen

 

Mir ist im Laufe meiner Yogajahre aufgefallen, dass viele meiner Schüler schon eine wahre Odyssee hinter sich hatten auf der Suche nach Linderung ihrer chronischen Schmerzen. Sie waren bei unzähligen Ärzten, Physiotherapeuten und Kliniken - das Geld und die Hoffnung schwanden, doch die Schmerzen blieben.
 

Und so machte ich mir meine Gedanken, warum das so ist  und ich beobachtete diese Schüler ganz  genau. Mir fiel auf, dass ihr Bewegungsablauf von deutlicher SCHWERE geprägt war, ebenso wie auch die Statik. Hier gab es nichts Leichtes, sondern nur Schmerz verbunden mit Schwere und deutlichen Fehl-, Schonhaltungen. Vielleicht einleuchtend, wenn man bedenkt, wie zehrend Schmerzen sein können. Und doch, ist genau diese Hingabe an die Schwere des Schmerzes, der Punkt, der den Schmerz nicht weichen läßt. 

Also fragte ich zunächst einmal nach, ob denn nicht schon mal jemand sie auf diesen Zusammenhang aufmerksam gemacht hätte oder auch den Focus auf die Fehlhaltungen gelenkt hätte, mit dem Ziel, hier in eine Wahrnehmung / Veränderung zu kommen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Im Grunde ist es so, dass der Klient zum Therapeuten geht und erwartet, dass der Therapeut heilt - was mit ihm macht, so dass die Schmerzen verschwinden.  Und die Therapeuten bedienen natürlich auch gerne die Erwartungen, schließlich bedeutet das eine sichere Einnahmequelle. Und hier wird auch sehr deutlich, dass es im Grunde eigentlich unmöglich ist, einen Schmerzpatienten von außen zu heilen, dies funktioniert nur durch eigene innere Prozesse und Veränderungen. Natürlich gibt es Schmerzmittel und auch Maßnahmen die hilfreich sind, aber sie sollen letztendlich nur "Krücken" sein, die eine Veränderung zu einem Mehr an Leichtigkeit möglich machen. 

 

Ich denke, hier sind starke Konditionierungen am wirken, die zwar aufzulösen sind, jedoch einer Umprogrammierung bedürfen. Und wie programmiert man um?  Durch disziplinierte, fortlaufende Veränderung. Was steht jedoch vor der Veränderung? Die Wahrnehmung, dass überhaupt eine Veränderung notwendig ist. Dies erschafft Motivation. Und wie kommen wir Menschen in diese Wahrnehmung? Indem wir andere Menschen als Spiegel nutzen. Indem wir andere Menschen beobachten und durch die Wahrnehmung der Fehlhaltungen und Blockaden am Anderen, in die Wahrnehmung für die eigenen problematischen Zonen kommen. 

Und deshalb habe ich eine, sich monatlich treffende Arbeitsgruppe etabliert, die sich nur diesem Thema widmen wird: wie etabliere ich die Leichtigkeit in meinen Bewegungsablauf, in meine Statik und natürlich auch in mein Denken, so dass ich mit Leichtigkeit durch`s Leben tanzen kann? Ich werde hier in diesem Blog immer wieder unsere Ergebnisse präsentieren und vielleicht hat ja auch der ein oder andere Lust virtuell sich zu beteiligen und seine Ergebnisse mit uns zu teilen. Unterstützt werde ich von Physiotherapeuten, Krankenschwestern, Ärzten und auch vielen Menschen, die sich für achtsame Veränderungen begeistern können. 

 

Derzeit befinden wir uns in der Phase der Beobachtung - eine Gruppe von Teilnehmern setzt sich in ein Café und beobachtet andere Menschen im Hinblick auf "Leichtigkeit". Wer bewegt sich so durch`s Leben, dass es leicht aussieht. Und wie reagiere ich auf Menschen, die sich leicht durch`s Leben bewegen. Wie reagiere ich, wenn ich Menschen sehe, die von Schwere geprägt sind.